Newsletter des LAP Barnim – 4. Ausgabe, Juni 2009

Mehr Informationen zum Lokalen Aktionsplan des Landkreises Barnim im Bundesprogramm "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie erhalten Sie unter: http://www.lap-barnim.de

Inhaltsverzeichnis

  1. In eigener Sache
  2. Mitmachen
  3. Rechtsextremismus
  4. Termine

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen und Leser,

vor ein paar Jahren fragten „Die Ärzte“, eine kleine Berliner Rockkapelle, in einem ihrer Songs „scheint die Sonne auch für Nazis“? Und fürwahr, wenn man sich das aktuelle Geschehen in deutschen Kleinstädten so betrachtet, wünscht man sich zuweilen eine starke (politische) Wetterlage, die den Nazis ihre Großtreffen und Sommerfeste verhagelt. Denn wer will schon die NPD, DVU oder so genannte „freie Kameraden“ auf dem Marktplatz, die die Innenstädte mit nationalen Balladen beschallen, sich mit Kinderschminken bei Familien anbiedern und unterschwellig die Menschen mit ihrer unerträglichen Propaganda zuspamen?

Handhabungen, mit denen Kommunen derartige Veranstaltungen verhindern oder zumindest deutlich erschweren können, gibt es viele. Und Beispiele für couragiertes Engagement auch. Einige davon sind im neuen Handbuch der Friedrich Ebert Stiftung zur kommunalen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus nachzulesen. Und die Palette endet nicht bei formalen Verboten und dergleichen; wirklich wichtig für ein offenes, demokratisches Klima in der Kommune ist der transparente Diskurs möglichst vieler Beteiligter und in jedem Fall das deutliche Stellung beziehen gegen recht(sextrem)e Positionen.

Dass Hinzuschauen, einzugreifen und die Geschehnisse beim Namen zu nennen der einzig sinnvolle Weg sind, hat nun auch der Verfassungsschutzbericht gezeigt. Das langjährige Bemühen von Landesregierung und Zivilgesellschaft, Strategien im Umgang mit Rechtsextremismus zu finden, zeigt Wirkung: als einziges der neuen Bundesländern konnte Brandenburg einen Rückgang rechtsextremer Gewalttaten verzeichnen.

Das ist ein erster Erfolg, der aber nicht zum zufriedenen Zurücklehnen verleiten sollte sondern vielmehr ermutigen, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Denn trotz der positiven Bilanz rangiert Brandenburg noch immer unter den Bundesländern mit den meisten rechten Übergriffen und besonders die Unterstützung der Opfer bleibt oft hinter den Erfordernissen zurück.

Hier gibt es noch viel zu tun! Und zahlreiche Möglichkeiten sich zu engagieren: durch Aufklärung und die öffentliche Thematisierung rechter Machenschaften, durch Widerspruch wenn rechtes Gedankengut verbreitet wird und die Unterstützung von Initiativen die sich für ein vielfältiges, demokratisches Gemeinwesen einsetzen.

Einige Gelegenheiten dazu finden Sie im Folgenden aufgelistet.  Beteiligen Sie sich und genießen Sie einen Sommer mit hoffentlich viel Sonne und wenig Naziumtrieben!

Elisabeth Schönrock

für die Externe Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplans Barnim beim Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V.

MITMACHEN

„Feste feinern ohne Nazis“ mit High Fidelity, SUB:to, Lingerie, TrashChor und QuietStorm
Am 19. Juni ab 18.00 Uhr rockt die Jugendinitiative "F.E.T.E. – Für ein tolerantes Eberswalde" die Stadt auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik (Eintritt frei), um ein Zeichen gegen das am 20. Juni in Finowfurt stattfindende 10. Sommerfest der DVU zu setzen. Seit nunmehr drei Jahren finden in Finowfurt auch regelmäßig rechtsextreme Konzerte statt, so dass der Ort ist zu einem festen Treffpunkt für Berliner und Brandenburger Neonazis geworden ist.
Mehr dazu:
www.netz-gegen-nazis.de/artikel/nazis-zum-anfassen-dvu-sommerfest-finowfurt-1979 www.inforiot.de/ew

Demonstration „Feste feiern ohne Nazis - der DVU den Stecker ziehen“
Am Bahnhof Eberswalde startet am 20.06. um 14.00 Uhr eine antifaschistische Demonstration. Anlass sind das DVU Sommerfest und der Eberswalder Naziladen. Kinderbetreuung und Afterdemoparty werden im Jugend- und Kulturverein Exil e.V. angeboten.

RECHTSEXTREMISMUS

Handbuch für die kommunale Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus
Wie sollen Zivilgesellschaft und ihre Bürgermeister reagieren, wenn die NPD ein Schulungszentrum errichtet, wenn mit Gewalt gegen Asylbewerber vorgegangen wird, wenn sich rechte Kameradschaften breitmachen oder Sommerfeste feiern so wie gerade in Finowfurt? Die Friedrich-Ebert-Stiftung bietet (nicht nur) Kommunalpolitikern in einem neuen Handbuch Tipps und Erfahrungsschätze zum Download an.
Mehr unter: http://library.fes.de/pdf-files/do/06431.pdf

Neue Projekte im LAP Barnim
Ende Mai tagte der Begleitausschuss des LAP Barnim zum dritten Mal in diesem Jahr und beschloss sieben Projektideen zu fördern.
Mehr dazu finden Sie hier.

Projektmesse LAP Barnim
Am 12. Mai fand die Projektmesse des Lokalen Aktionsplan Barnim statt. Im Paul Wunderlich Haus in Eberswalde präsentierten sich zahlreiche Projekte, die in den vergangenen Jahren mit Hilfe des LAP realisiert werden konnten und dazu beigetragen haben für die Thematiken Demokratisches Gemeinwesen, Kinderrechte, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu sensibilisieren.
Einen Bericht zur Messe finden Sie hier

TERMINE

20. Juni 2009, 1. Eberswalder Freiwilligentag
Bürgerinnen und Bürger erhalten die Möglichkeit, an einem Tag gemeinsam Gutes für ihre Stadt zu tun. Dazu werden von gemeinnützigen Vereinen „Eintagesprojekte“ im ganzen Stadtgebiet angeboten. Aus einem Katalog von unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten können sich Interessierte eine Mitmach-Aktivität auswählen und mit anpacken – ohne weitere Verpflichtung! Der Freiwilligentag steht unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters und wird durch die Stadt und verschiedene gemeinnützige Einrichtungen, Vereine und Organisationen getragen. Die Koordination liegt in den Händen der Freiwilligenagentur Eberswalde.
Mehr Infos unter: http://www.barnim-uckermark-stiftung.de/aktuelles.php?id=35

Impressum:

Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V.
Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit
c/o Kita Pusteblume
Ringstraße 183
16227 Eberswalde

Der Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V. wird vertreten durch Kai Jahns als Geschäftsführer. Inhaltlich Verantwortliche gemäß § 10 Absatz 3 MDStV: Elisabeth Schönrock

Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Der Lokale Aktionsplan wird durch das Bundesprogramms "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.“ gefördert und ist angesiedelt beim Jugendamt des Landkreises Barnim.

Newsletter bestellen oder abbestellen:
http://www.lap-barnim.de/Newsletter.121.0.html

Newsletter abbestellen:
http://www.lap-barnim.de/Newsletter.121.0.html