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Überarbeitung / Neuauflage der Broschüre "Fremde Heimat Eberswalde?"

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Am 17.12.2008 fand die Präsentation der Broschüre im Museum in der Adler-Apotheke in Eberswalde statt.

Kerstin Engelhardt stellte dabei ihre Überlegungen vor, wie die Broschüre für die Bildungsarbeit mit Schuljugendlichen genutzt werden kann.

 

 

 

Fremde Heimat Eberswalde?

Zuwanderung in Vergangenheit und Gegenwart

Überlegungen zur Verwendung der gleichnamigen Broschüre in Schule und außerschulischer Bildung

Die im Folgenden aufgeführten Überlegungen verstehen sich als Anregungen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Eingangsfrage an die Einheimischen

Wer weiß mit Sicherheit, dass sie oder er nicht von Zuwander/innen, die seit 1671 in den Raum Eberswalde einwanderten, abstammt?

 

 

I. Arbeit mit der Gesamtbroschüre in größeren Gruppen

 

 

1. Erstellen einer Weltkarte

Ziel: Erstellen einer Überblicksdarstellung (Vielfalt visualisieren)

  • Kleingruppen erarbeiten die Geschichte der einzelnen Zuwanderungs- und Flüchtlingsgruppen
  • Auf einem sehr großen Papier werden die Umrisse einer Weltkarte gezeichnet. Se werden die Länder gekennzeichnet, asu denen Zuwander/innen und Flüchtlinge in den Raum Eberswalde kamen. Die Wanderungsbewegungen werden eingezeichnet (z.B. durch Pfeile) und ergänzt um Angaben zu: Gruppe, Anzahl der Personen, Datum, Gründe für Aus- und Zuwanderung.

 

 

2. Erstellen einer Zeitleiste

Ziel: Erstellen einer Überblicksdarstellung (Vielfalt visualisieren)

  • Kleingruppen erarbeiten die Geschichte der einzelnen Zuwanderungs- und Flüchtlingsgruppen. Die wichtigsten Fakten werden schriftlich auf Papier festgehalten; diese Papiere, z.B. DinA4 oder DinA3, können von den Gruppen auch mit Farben, Symbolen, Fotos, ausgewählten Zitaten etc. gestaltet werden.
  • Es wird mit Papierstreifen eine zusammenhängende Zeitleiste von 1671 bis 2008 erstellt und aufgehängt.
  • Die jeweiligen Papiere mit den Informationen zu den Gruppenschicksalen werden der Zeitleiste zugeordnet, so dass am Ende eine Ausstellung entsteht. Die Informationen zu den Gruppen können um Informationen zu Einzelschicksalen, mit weiterführenden Fragestellungen oder einer Bemerkung der jeweiligen Arbeitsgruppe, was für sie die wichtigste Erkenntnis bei der Beschäftigung mit der zugewanderten Gruppe war, ergänzt werden.

 

 

3. Arbeitsdefinition "Zuwanderung"

Ziel: Inhaltliche, wissensgestützte Erarbeitung eines zentralen Begriffs, der für eine kontroverse, oftmals emotional geführte gesellschaftliche Debatte steht

  • Bevor mit der Broschüre gearbeitet wird, wird die Gruppe in Kleingruppen aufgeteilt. Jede Kleingruppe erhält ein großes Blatt Papier (Flippchart oder DinA3 und einen dick schreibenden Stift). Die Gruppe erarbeitet eine Definition des Begriffs "Zuwanderung", in Stichworten, als Mind Map oder mit ganzen Sätzen; die Entscheidung der Form kann den Gruppen überlassen werden.
  • Die Definitionen werden im Plenum vorgestellt. Inhaltliche Nachfragen sind möglich, aber keine inhaltlichen Diskussionen.
  • Jetzt erarbeiten Kleingruppen die Geschichte der einzelnen Zuwanderungs- und Flüchtlingsgruppen. Diese Kleingruppen können anders zusammengesetzt sein als die Gruppen für die Arbeitsdefinitionen.
  • Am Ende dieses Prozesses treffen sich die Kleingruppen der Arbeitsdefinitionen erneut; auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse überarbeiten sie mit einem andersfarbigen Stift die Arbeitsdefinitionen.
  • Die Definitionen werden im Plenum vorgestellt und diskutiert.
  • Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit zu den Zuwanderungsgruppen können z.B. als Ausstellung oder als Präsentation mit Erläuterungen und Diskussion dem Plenum vorgestellt werden. Oder es entsteht eine eigene kleine Dokumentation, eine Art "Kurzfassung" der vorliegenden Broschüre, oder ein Artikel für die Schülerzeitschrift oder die Schulwebsite.

 

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II. Erarbeitung von Gruppengeschichten

 

 

Vorbemerkung

Bei den folgenden Arbeitsvorschlägen wird davon ausgegangen, dass die Texte in der Regel in Einzelarbeit gelesen werden, das Übrige als Kleingruppe bearbeitet wird. Außerdem sollen die Ergebnisse am Ende der Gesamtgruppe präsentiert, und, wenn möglich, diskutiert werden.

 

1. Hugenotten

Broschüre Seiten 9-12

(1) Aufgabe: Beantwortung von Fragen / Texterschließung; die Antworten schriftlich festhalten

  • Wer waren die Hugenotten?
  • Wieso kamen die Hugenotten nach Eberswalde (und /oder Groß- und Klein Ziehten)?
  • Was taten die Hugenotten in Eberswalde (und/oder Groß- und Klein-Ziehten)?
  • Wieso kam es zu Konflikten mit Einheimischen?
  • Finden Sie diese Konflikte nachvollziehbar?
  • Wie hätten diese Konflikte Ihrer Ansicht nach vermieden werden können?
  • Kennen Sie jemanden, die oder der von Hugenotten abstammt?

Die Texte können aufgeteilt werden in allgemeine Informationen S. 9-10 (Zuwanderung im 17./18. Jh.) und entweder S. 10-11 (Familien Aureillon) oder S. 12 (Die Hugenottendörfer Groß- und Klein-Ziethen).

(2) Aufgabe: Pro- und Contra-Diskussion

  • Text lesen
  • Szenario: Die Stadt Eberswalde möchte den Hugenotten ein Denkmal bauen, um den wertvollen Beitrag der Hugenotten zur Entwicklung der Stadt zu würdigen. Für die Gestaltung des Denkmals sollen 15.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Das Vorhaben löst eine heftige Kontroverse über Sinn und Unsinn des Vorhabens aus. Die Stadt beruft deshalb eine Bürgerversammlung ein, um auf der Basis von Argumenten zu einer Entscheidung zu kommen.
  • Die Gruppe (die Bürger/innen) wird (werden) in Pro- und Contra-Fraktionen aufgeteilt, jede Gruppe sammelt Argumente, hält diese schriftlich fest und bestimmt ein oder zwei Schrecher/innen, die das Pro und Contra dann miteinander diskutieren.
  • Am Ende stimmen alle Bürger/innen über das Vorhaben ab.

 

 

2. Schweizer/innen

Broschüre Seiten 13-14

Aufgabe: Beantwortung von Fragen / Texterschließung, die Antworten schriftlich festhalten, anschließend Straßenumfrage

  • Wieso kamen Schweizer/innen nach Eberswalde?
  • Welche Berufe hatten sie?
  • Kennen Sie jemanden, der oder die von Schweizer/innen abstammt?
  • Jetzt Straßenumfrage (Passant/innen, Geschäftsinhaber/innen etc.), Antworten festhalten (schriftlich oder mit einem Aufnahmegerät):
  • Wieso heißt die Schweizer Straße Schweizer Straße?
  • Finden Sie es wichtig zu wissen, dass im 17. Jahrhundert Schweizer/innen nach Eberswalde zugewandert sind?
  • Wenn ja, wieso? Wenn nein, wieso nicht?

Nach Auswertung der Antworten: Finde ich / Finden wir selber es wichtig, zu wissen, dass im 17. Jahrhundert Schweizer/innen nach Eberswalde zugewandert sind? Wenn ja, wieso? Wenn nein, wieso nicht?

 

 

3. Juden und Jüdinnen

Eberswalder Synagoge nach dem Blitzschlag 1931, Quelle: Museum in der Adler-Apotheke Eberswalde

Broschüre Seiten 14-19

(1) Aufgabe: Beantwortung von Fragen / Texterschließung, die Antworten schriftlich festhalten

  • Wann und wieso kamen Juden und Jüdinnen nach Eberswalde? (S. 14, rechte Spalte 2. Absatz; S. 15, 1. und 2. Absatz)
  • Welche wesentlichen Veränderungen gab es für die jüdischen Deutschen im 19. Jahrhundert? (S 16, linke Spalte)
  • Was denken Sie: Wieso halfen beim Blitzschlag und dem daraus folgenden Brand der Synagoge 1931 viele nichtjüdische Eberswalder/innen beim Löschen, und in der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 half niemand? (S. 17, linke Spalte, 2. Absatz; S. 18, linke Spalte, 1. Absatz)
  • Wieso wurde 1997 in Bernau eine jüdische Gemeinde gegründet? (S. 18, rechte Spalte, letzter Absatz)
  • Kennenn Sie jemanden jüdischer Herkunft / jüdischen Glaubens?

(2) Aufgabe: Zeitungsartikel verfassen zu Salomon und Emma Goldschmidt

(S. 17, ab linke Spalte, 2. Absatz, bis S. 19)

Szenario: Anlässlich des Todestages von Salomon Goldschmidt am 30. Mai 1951 soll in der Lokalzeitung am 30. Mai 2009 an ihn und seine Frau Emma erinnert werden. Verfassen Sie einen entsprechenden Text.

(3) Aufgabe: Textvergleich, Formulieren eines eigenen Gedenktafeltextes

(S. 17, ab linke Spalte, 2. Absatz; S. 18, linke Spalte, 1. Absatz, und Foto rechts oben, Tafelinschrift)

Lesen Sie den Text. Betrachten Sie die Erinnerungen eines Eberswalders und die Gedenktafelinschrift unter den Aspekten:

  • Über was wird jeweils berichtet?
  • Über wen wird jeweils berichtet?
  • Was für ein Gesamtbild ergibt sich, bezogen auf die Situation der brennenden Synagoge, daraus.

Wenn Sie heute den Text für die Gedenktafel neu formulieren könnten, wie würde der Text lauten? Bitte formulieren Sie.

 

 

4. Ruhlaer Messerschmiede

Broschüre Seite 3 und Seiten 21-23

Aufgabe: Ein Bild zum Leben erwecken

  • Lesen Sie die Texte S. 21.-23..
  • Sie erhalten eine Kopie des Bildes "Ausschnitt aus dem Gemälde von Karl Hilliges, Begrüßung der ersten Messerschmiede durch den Bürgermeister vor dem Rathaus, 1743" (Broschüre S. 3). Mehrere Personen auf dem Bild sind durch Linien zum Blatthintergrund markiert. Sie überlegen sich, was diese Personen gerade sagen bzw. denken und formulieren dieses in Sprech- bzw. Denkblasen auf dem Blatt.
  • Sie ergänzen das Bild anschließend um Gedanken des ersten in Eberswalde angekommenen Messerschmiedes, die er entwickelt, als er sich 1768, also 25 Jahre später, das Gemälde über seine Begrüßung anschaut.

 

 

5. Fremdarbeiter/innen in den Rüstungsbetrieben während des Zweiten Weltkrieges

Broschüre Seiten 25-30

(1) Zwangsverpflichtete

Broschüre S. 25-26

Aufgabe: Erstellen eines Schaubildes der verschiedenen Gruppen von Zwangsverpflichteten auf einem großem Blatt Papier (nimdestens DinA3) oder im Recher

Die Erstellung des Schaubildes schließt sich an das Lesen des Textes an. Das Schaubild kann als Tabelle, als Mind Map oder anders gestaltet werden. Die Gruppen von Zwangsverpflichteten werden analog zu ihrer Nationalität vorgestellt, dazu in Stichworten die wichtigsten Informationen zu ihrer Gruppe. Das Schaubild kann um als relevant erachtete Informationen ergänzt werden (z.B. Finower Fleischermeister), speziell gekennzeichnet z.B. durch eine andere Farbe, Kursivdruck, Kreisumrundungen etc..

(2) Die Außenlager des KZ Ravensbrück

Broschüre S. 26-30

Aufgabe: Gestalten einer Landkarte mit verzeichneten Lagern und relevanten Informationen zu den Lagern

Nach dem Lesen des Textes wird auf einem großen Blatt Papier (oder am Rechner) eine Landkarte erstellt. In diese Landkarte werden die Lager eingezeichnet. Denkbar sind auch mehrere Karten, die die unterschiedlichen Phasen abbilden bzw. eine interaktive Karte, die eine Abbildung der unterschiedlichen Phasen ermöglicht. Die Karte wird mit wesentlichen Informationen in Form von Texten, Fotos oder selbst angefertigten Zeichnungen ergänzt.

 

  

6. Geschichte erleben

Besuch ehemaliger polnischer Zwangsarbeiterinnen, Foto: Thomas Burckhardt

Broschüre Seiten 31-32

Aufgabe: Wandzeitung erstellen

Nach Lesen des Textes Argumente sammeln und eine Wandzeitung zur Fragestellung erarbeiten (freie Gestaltung): Ist zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus die Erinerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus notwendig?

 

 

 

 

7. Flüchtlinge, Vertriebene und Umsiedler/innen

Broschüre Seiten 31-32

Aufgabe: Beantwortung von Fragen / Texterschließung; Konzeptentwicklung für Dokumentationszentrum

  • Wieso flohen so viele Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Osten? (S. 33 und 35, rechte Spalte)
  • Vertriebenenverbände fordern moralische und materielle Wiedergutmachung für die Vertreibung. Finden Sie diese Forderung gerechtfertigt? Bitte begründen Sie Ihrer Haltung. (S. 33)
  • Die Bundesregierung hat 2008 beschlossen, ein "Dokumentationszentrum zu Flucht und Vertreibung" einzurichten. Welche Themen, welche Perspektiven und welche Kernaussagen sollten in diesem Zentrum im Mittelpunkt stehen? Bitte entwerfen Sie ein Konzept.

 

 

8. Sowjetische Truppen in Eberswalde

Broschüre Seiten 38-42, linke Spalte, und Seite 62, Kapitel Aleksandr Lopyrov

Aufgabe: sich das Thema über einen assoziativen Einstieg (stumme Diskussion) erschließen

  • Auf einem großen Blatt Papier (Flippchart) steht in der Mitte "Sowjetische Truppen in Eberswalde". Die Gruppe hat einen dick schreibenden Stift. Es wird nicht geredet. Das erste Gruppenmitglied, das einen Gedanken hat, schreibt ihn auf. Die nächste Person, die einen Gedanken zum Ausgangsthema oder zu dem Gedanken der vorherigen Person hat, schreibt ihn auf, usw. ... 
  • Nach 10 Minuten darf die Gruppe wieder sprechen und es können Nachfragen geklärt werden.
  • Der Text wird gelesen. (Er kann aufgeteilt in (1) S. 38-39 und (2) S. 38, linke Spalte, und S. 40-41; S. 62 kann jeweils hinzu genommen werden.)
  • Die Gruppe betrachtet ihr Blatt mit der Stummen Diskussion. Gibt es jetzt neue Perspektiven? Neue Gedanken? Wenn ja, werden diese mit einem andersfarbigen Stift hinzugeschrieben.
  • Auf einem neuen Flippchart in Stichworten die wichtigsten Erkenntnisse (max. 5 Punkte) und offene Fragen (max. 5 Punkte) festhalten.

 

 

9. Sowjetische Truppen in Eberswalde: Abzug in die Heimat

Broschüre S. 42-43

(1) Aufgabe: Ein Foto zum Leben erwecken

Sie lesen den Text. Dann erhalten Sie eine Kopie des Fotos "Tag der offenen Tür" auf dem Flugplatz Finow, 1992 (Broschüre S. 42, rechts oben). Mehrere Personen auf dem Bild sind durch Linien zum Blatthintergrund markiert. Sie überlegen sich, was diese Personen miteinander sprechen bzw. was sie denken, und fügen das in Sprech-/Gedankenblasen auf dem Blatt hinzu.

(2) Aufgabe: Fotobeschreibung und Interpretation

  • Sie erhalten eine Kopie des Fotos "Tag der offenenTür" auf dem Flugplatz Finow, 1992 (Broschüre S. 42 rechts oben). Sie betrachten das Foto und notieren sich auf einem anderen Blatt Stichworte zu folgenden Fragen (keine Interpretation, nur das, was sie sehen):
    • Was ist zu sehen?
    • Was ist im Vordergrund, was im Hintergrund zu sehen?
    • Aus welcher Perspektive ist fotografiert?
    • Was ist die Aussage des Fotos?
  • Sie lesen den Text.
  • Nach Lesen des Textes: Hat das Foto immer noch dieselbe Aussage? Wenn nein, was hat sich verändert? Wie lautet die Aussage jetzt? Die Ergebnisse bitte notieren.

 

 

10. Vertragsarbeiter in der ehemaligen DDR: Ungarn

Broschüre Seiten 45-47

Aufgabe: Perspektivübernahme durch Fotonachstellung

  • Sie erhalten das Foto "Ungarische Jugendliche nach ihrer Ankunft in der DDR" (Broschüe S. 46 oben links) und lesen den Text auf S. 45.
  • Sie verteilen die Rollen der vier Jugendlichen, überlegen, was sie gerade denken, stellen das Foto nach. Bei der Aufstellung erzählen Sie laut, was die Jugendlichen gerade denken.
  • Dann lesen Sie den Text S. 46-47.
  • In die Gegenwart denken: Die Jugendlichen von damals sind heute ca. 60 Jahre alt. Sie halten Rückschau auf ihre Zeit als Vertragsarbeiter und ihr Leben in der DDR. Was würden sie heutigen Eberswalder Jugendlichen dazu vermutlich mitteilen? Sie stellen sich wieder als Foto auf und formulieren die Gedanken.

 

 

11. Vertragsarbeiter in der ehemaligen DDR: Angolaner

Amadeu Antonio, Quelle: Afrikanischer Kulturverein Palanca e.V.

Broschüre Seiten 47-50

(1) Aufgabe: einen Brief schreiben (fiktives Schreiben) - Selbstreflexion und Kommunikation

  • Sie lesen den Text S. 45, linke Spalte bis Kap. Ungarn, und S. 47, Kap. Angolaner, bis S. 48, linke Spalte, sowie S. 49
  • Sie möchten den Geschwistern von Amadeu Antonio Ihre Gedanken zu seinem gewaltsamen Tod mitteilen. Bitte verfassen Sie einen Brief an die Geschwister.

(2) Aufgabe: ein Gedenkbild erarbeiten - Emotionen in Einzelarbeit kreativ bearbeiten

  • Sie lesen den Text S. 49.
  • Sie kleben, jede/r für sich, aus gerissenem Papierschnitzeln auf ein Blatt ein "Gedenkbild" für Amadeu Antonio.

 

 

12. Vertragsarbeiter in der ehemaligen DDR: Ungarn und Angolaner

Broschüre Seiten 45-50

Aufgabe: Definitionen der Begriffe "Ausgrenzung" und Integration" erarbeiten

  • Sie lesen den Text S. 46-48.
  • Fragen beantworten, in Stichworten zusammenfassen:
    • Worin unterschied sich die Situation der Ungarn von der der Angolaner?
    • Was waren die Gründe für die Unterschiede?
  • Erarbeitung von Definitionen der Begriffe "Ausgrenzung" und "Integration", in Stichworten oder Sätzen" auf großem Papier

 

 

13. Russlanddeutsche - Aussiedler/innen

Broschüre Seiten 51-52, linke Spalte, Schaubild S. 52, und S. 53-57

Aufgabe: biografische Collage - emotionales un kognitives Lernen durch kreatives Gestalten

  • Kap. Gertrude Gasanova: Text S. 54-55 lesen oder Kap. Irina Holzmann: Text S. 56 lesen
  • biografische Collage erstellen (siehe Anlage "Biografische Collage")

 

 

Erweiterung Fremde Heimat Eberswalde

14. Flüchtlinge

Broschüre Seiten 57-60

(1) Aufgabe: Ein Foto zum Leben erwecken

Foto "Heimbewohner in Biesenthal" Broschüre S. 57

Kann ähnlich bearbeitet werden wie unter Punkt 9. "Sowjetische Truppen in Eberswalde: Der Abzug in die Heimat", Aufgabe 1, beschrieben.

(2) Aufgabe: Konzeptentwicklung zur besseren Integration von Flüchtlingen

Broschüre . 57-60, linke Spalte, erster Absatz

  •  Text lesen (Text kann auch aufgeteilt werden in S. 57-59, linke Spalte, und S. 57, 59-60, Kap. Obi Ogbonnaya Morisson Oji)
  • Fragen beantworten, schriftlich festhalten:
    • Was waren die Gründe, weshalb die kurdische Familie nach Deutschland kam?
    • Nennen Sie weitere Gründe, weshalb Menschen aus ihren Herkunftsländern fliehen / ihre Heimat verlassen.
    • Welche Gründe könnten Sie bewegen, Ihr Herkunftsland zu verlassen?
    • Bitte entwickeln Sie einen Maßnahmekatalog, der es Flüchtlingen erleichtert, sich im Raum Eberswalde zu integrieren und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

 

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III. Die Broschüre als Ausgangspunkt für vertiefendes Arbeiten

 

 

1. Quellen- und Dokumentenanalyse

Ziel: Einübung der Quellenanalyse und Vermittlung der Erkenntnis, dass "Gesetze" Realitäten verändern und tief in gesellschaftliche Entwicklungen und kollektive und individuelle Schicksale eingreifen (können).

Dokumente, die z.B. zusätzlich zur Broschüre eingesetzt werden können:

    • 1671: Edikt des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm: Erlaubnis für Juden und Jüdinnen, sich in Brandenburg unter Einhaltung strenger Vorschriften niederzulassen (Broschüre s. 14)
    • 1812: preußisches Emanzipationsedikt: Juden werden zu "Einländern und preußischen Staatsbürgern", Einschränkungen im politischen Bereich bleiben bestehen (Broschüre S. 16)
    • 1869: "Gesetz betreffend die Gleichberechtigung der Konfessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung": Völlige Gleichstellung der Juden, mit der Proklamation des Kaiserreichs 1871 für ganz Deutschland zutreffend
    • 1685: Chur-Brandenburgisches Edikt des Kurfürsten Friedrich Wilhelm mit Privilegien für niederlassungswillige "Evangelisch-Reformierte Französischer Nation" (Broschüre S.9)

 

 

2. Recherche der eigenen Familiengeschichte zum Thema Zu- und Abwanderung

Ziel: Bewusstwerden, dass (freiwillige und erzwungene) Zu- und Abwanderung in der Regel in jeder, auch der eigenen Familie vorkommen, insbesondere, wenn größere historische Zeiträume betrachtet werden; dadurch Abbau von Ressentiments gegenüber Zuwander/innen und Flüchtlingen

 

 

3. Spurensuche, Archiv- und Museumsbesuche

Ziel: Annäherung an "archäologische" Forschung, z.B. mit Hilfe des Luftbildes (Broschüre S. 28); Wissenserweiterung, Förderung der Forschungskompetenz

 

 

4. Interviewprojekt mit Zu- und Abwander/innen

Ziel: Erarbeitung von Gründen für Zu- und Abwanderung in der Gegenwart und was die konkreten Konsequenzen für die jeweiligen Menschen sind. So ein Projekt kann um Recherche ergänzt werden, z.B. zu jugendlichen Flüchtlingen oder zum Thema Arbeitsmigration.

 

 

Anlage

Biografische Collage / Körperbild

Diese Methode dient der kreativen Bearbeitung von Biografien. Ziel ist es, das erworbene Wissen über die Person, mit der sich eine Gruppe oder einzelne Jugendliche inhaltlich intensiv beschäftigen, auf kreative, sinnlich erfahrbare Weise auszudrücken und mitzuteilen.

siehe: Engelhardt/Reichling/Wagner: Pädagogische Handreichung des Geschichtskoffers "Jugenderfahrungen in BRD und DDR 1945 - 1985", Der Koffer wird Anfang 2009 fertig gestellt. Informationen: Politische Memoriale Mecklenburg-Vorpommern e.V., Serverinstr. 6, 19053 Schwerin, Tel.: 0385-7587311, www.polmem-mv.de