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Kinderrechte in der Kommune

Wolfgang Thierse nannte das Modellprojekt vorbildhaft und sprach sich dafür aus, es auf Städte und Gemeinden bundesweit auszudehnen: „Dieses Projekt hat auf sehr lebhafte Weise deutlich gemacht, wie wichtig das alltägliche Praktizieren einer demokratischen Gesprächs- und Vereinbarungskultur auch und gerade im Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist. Wer Mitsprache und Gestaltungskraft von Kindern – den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft – zulässt und fördert, also Gefühle der Ohnmacht und Apathie vermeidet, der gesteht ihnen nicht nur ihre elementaren Rechte zu, sondern bereitet auch die Basis für die demokratische Gesellschaft von morgen.“

Menschenrechtsbildung für Kinder zur Stärkung demokratischer Kultur


Timo Reinfrank, Stiftungskoordinator der Amadeu Antonio Stiftung, setzt in der Prävention gegen Rechtsextremismus auf Kinder- und Menschenrechtsbildung und fordert daher im Alltag Rechte erlebbar und erfahrbar zu machen: „Das Projekt zeigt: Kinderrechte können nicht verordnet werden. Sie müssen erlebt, gelebt, praktiziert und verteidigt werden. Kinder müssen um ihre Rechte wissen und ihre praktische Bedeutung in der eigenen Lebenswelt erfahren.“

Helga Thomé, Projektleiterin „Kinderrechte in der Kommune“ und Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Barnim Uckermark berichtet von ihren Erfahrungen bei der Arbeit mit den Kindern, die zur Durchsetzung ihrer Rechte eigene Projekte wie die Kinderrechtsdetektive, Kinderrechtskekse oder ein Kinderrechtesong entwickelten: „Die Kinder zu ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen, benötigt ein Klima der Wertschätzung. Das müssen nicht nur die Kinder lernen, sondern auch die Erwachsenen. Oft sind es die nebenbei erwähnten, abwertenden Worte, die ein Kind verstummen lassen. Ein Mädchen hat sich beispielsweise während der Ferienfreizeit zum Thema Kinderrechte in keiner Diskussionsrunde geäußert. Weder auf die Frage, wie es ihr geht – murmelndes Grummeln war die Antwort – noch auf andere Fragen. Immer wieder nachzufragen, aber nicht auf einer Antwort zu beharren, brachte schließlich das nötige Zutrauen. Die Erfahrung, dass sie nicht ausgelacht wird; dass sie selbst bestimmen kann, wie viel sie wann sagen darf; dass sie auch Wünsche äußern darf, führte dazu, dass sie sich ab dem fünften Tag in der Freizeit öffnete. Die Betreuer, die sie bereits aus der Schule kannten, erlebten zum Ende ein vollkommen anderes Kind – das diskussionsfreudigste von allen.“

Die Broschüre zum download.