Lokaler Aktionsplan Barnim

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Quelle: MOZ

Diesem Anliegen fühlt sich auch die Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit, die seit 2001 von der Stadt unterstützt wird, verpflichtet. Eine Lagerbaracke des ehemaligen KZ-Außenlagers Ravensbrück in Eberswalde wurde mit rund 160 000 Euro saniert. Im vergangenen Jahr wurde dort die Ausstellung „Wiedersehen mit Eberswalde – Hier gibt es keinen Hass mehr“ eröffnet. Schüler unterschiedlicher Altersgruppen gehören inzwischen zu den Dauergästen. „Das ist für Klassen, die nach Ravensbrück fahren wollen, ein guter emotionaler Einstieg“, sagt Koordinator Kai Jahns. Mit Achtklässlern der Freien Oberschule Finow gab es sogar ein gemeinsames Projekt. Die Puppen, die die Schüler stellvertretend für die Schicksale junger Frauen im KZ-Außenlager gefertigt haben, sind mittlerweile Bestandteil der Auszeichnung.

Beispielgebend für den Landespräventionsrat war auch das von Koordinierungsstelle organisierte Theaterstück „Heimat, bittersüße Heimat“, das zum Antirassismustag im März vergangenen Jahres in Eberswalde Premiere feierte. „Damit sind wir durch ganz Brandenburg gereist. Das Ensemble besteht aus schwarzen deutschen Schauspielern. Das Gymnasium Finow als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist Partner des Ensembles „Label Noir“. Die nächste Aufführung ist für Februar nächsten Jahres geplant.

 

Für ihr Engagement ausgezeichnet: Vertreterinnen der Nordendschule und der Polizei. Quelle: Landesprävetionsrat

Ramon Nyiri und Adrien Hiller gehören zum Deutsche Bahn Education Team. Die beiden sind Auszubildende im dritten Lehrjahr. „gegen Hass und Gewalt“heißt ihr Animationsfilm zum Thema Zivilcourage. Vor der Kulisse des Eberswalder Hauptbahnhofes erwachen Lego-Figuren zum Leben und zeigen Wege, anderen in Konfliktsituationen beizustehen. Eine Szene beispielsweise zeigt, wie eine junge Frau angepöbelt wird und in dieser Situation Hilfe von Passanten erfährt. Das Gebäude haben die jungen Leute übrigens im Internet ersteigert. „Das hat sehr viel Ähnlichkeit mit unserem Hauptbahnhof“, sagt Adrien Hiller. Für den Streifen wurden 900 Fotosgeschossen, 500 davon bearbeitet. „Wir haben sehr viel Unterstützung vom Betrieb, vom Werksleiter und einem Musiker aus Berlin erhalten“, so Adrien Hiller und Ramon Nyiri. Auf der Hompage der Landespräventionsstelle, die den Preis ausgelobt hat, soll der Trickfilm mit einer Spieldauer von rund fünf Minuten in Kürze zu sehen sein.

Für ein Preisgeld hat es bei der Nordendschule zwar nicht gereicht, über die Anerkennung für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit vor allem mit Revierpolizistin Marina Ehlert ist Schulleiterin Yvonne Rösnick dennoch stolz. „Wir arbeiten seit zehn Jahren kontinuierlich mit der Polizei zusammen“, sagt sie. „Miteinander reden können, über Jahre Partner der Kinder zu sein, das hat nicht jeder“, kann ihr die Polizeihauptmeisterin nur zustimmen. Die Urkunde aus Potsdam wird in der neuen Glasvitrine der Schule einen Ehrenplatz erhalten. „Ein angemessener Anlass, auch unseren Schülern zu gratulieren, wird sich in der Vorweihnachtszeit finden“, kündigt die Schulleiterin an.


Quelle: MOZ