Hier erhalten Opfer rechter Gewalt Hilfe!
Opfer rechter Gewalt benötigen unsere Hilfe und Unterstützung!
Wer Opfer einer rechter Gewalttat wird, findet sich plötzlich aus seinem Alltag gerissen, häufig verletzt und verängstigt.
Die Opferperspektive bietet eine Beratung für Opfer rechter Gewalt, deren FreundInnen und Angehörige sowie ZeugInnen. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und parteilich. Die BeraterInnen kommen an einen Ort, den das Opfer bestimmen kann.
Beispiele aus Eberswalde:
Angriffsziel Imbiss
Am 28.09.2007 setzten junge Rechtsextremisten aus Eberswalde und dem Barnim den Asia-Imbiss von Herrn Thanh im Eberswalder Leibnizviertel in Brand. Der Innenraum wurde komplett zerstört. Die wirtschaftliche Existenz der Familie Thanh war zerstört.
Ende November 2007 wurden die Täter gefasst. Ihnen wird über den Brandanschlag hinaus vorgeworfen, Hakenkreuze in der Stadt geschmiert und Rudolf-Heß-Aufkleber plakatiert zu haben. Dabei war die Gruppe mit Schlagringen und Teleskopschlagstöcken bewaffnet unterwegs.
Mit Hilfe einer Spendensammlung der Barnimer Kampagne Light me Amadeu, der Bürgerstiftung Barnim Uckermark, des Vereins Opferperspektive e.V. und der Amadeu Antonio Stiftung kamen 4.250,00 Euro zusammen und der Imbiss konnte im Januar 2008 wieder eröffnen.
Gewalt gegen junge Menschen aus dem linken oder alternativen Milieu
Am 3.12.2007 griffen zwei Rechtsextreme einen jungen Punk auf der Bahnhofsbrücke an. Insgesamt war eine Gruppe von 4 Rechtsextremen mit einem Auto am hellen Tag in der Stadt unterwegs und auf Opfersuche.
Eine Frau, die den Vorfall bemerkte, mischte sich ein, rief die Polizei, solidarisierte sich mit dem Angegriffenen und band weitere Passanten ein.
Einer der Täter erscheint später vor Gericht mit einer Trainingshose bekleidet, der Logo die Buchstaben "nsdap" beinhaltet und marschierende Soldaten unter dem Schriftzug Nordic Walking" sind auf seinem T-Shirt zu sehen.
Auf die Frage des Richters, warum er auf das Opfer einschlug, erhält dieser die Antwort: "Weeß ick nich."
Rechtsextreme Gewalt kann jede und jeden treffen. Insbesondere richtet sie sich aber gegen Angehörige von Gruppen, die im rechtsextremen Weltbild als "Feinde" erscheinen.
Die politische Überzeugung der Täter wirkt auf den Beobachter eher diffus als gefestigt. Sie umfasst oft nicht viel mehr als sozialdarwinistische Grundüberzeugungen, ein völkisches Weltbild und eine klare Feinddefinition.
Jede entsprechende Gewalttat wird von den Tätern als ein Schritt zur Durchsetzung ihrer völkischen Wahnvorstellungen gesehen und ist ein "Kick" für die Szene.
Rechtsextreme und rassistische Gewalt hat nicht nur die Verletzung, Demütigung und Vertreibung der Opfer zum Ziel, sondern darüber hinaus eine wesentliche Funktion für die Aufrechterhaltung der rechtsextremistischen Szene.
Das gemeinsame Weltbild und Wertesystem fußt auf einer entwickelten Alltagskultur, ständig geht es dabei um Raumhoheit, die mit Gewalt durchgesetzt und einem hohen Drohpotential aufrecfhterhalten werden soll. Dabei spielen neonazistische Symbole, ob als Zeichen oder Kleidungsstücke, eine wichtige Rolle. Sie vermitteln Gleichgesinnten Sicherheits- und Dominanzgefühl. Potentielle Opfergruppen werden dadurch eingeschüchtert.


