Projekte 2007 / 2008 (erste Förderperiode)
Folgende Projekte wurden in der ersten Förderperiode durch den Begleitausschuss beraten und beschlossen und durch die geförderten Vereine im Landkreis Barnim verwirklicht.
Das 4. Internationale Filmfest Eberswalde bot am 6. und 7. Oktober 2007 die Plattform für unsere Auftaktveranstaltung zum Lokalen Aktionsplan Barnim. So war eine breite öffentliche Wahrnehmung garantiert und die gezeigten Filme am ersten Abend stimmten auf die Thematiken im LAP Barnim ein.
U. a. wurde Marc Brummunds Film "Land gewinnen" gezeigt. Brummunds Kurzfilm erzählt die Geschichte einer illegal in Deutschland lebenden Familie, die für den Wunsch, dass ihr Sohn am Schulunterricht teilnehmen darf, ihren Aufenthalt im Land riskiert.
Dafür hat der Hamburger Regisseur gut anderthalb Jahre recherchiert: "Der Film sollte sich lohnen. Ich wollte ein Thema auswählen, das es wert ist, erzählt und nach außen getragen zu werden." So sei er auf die Welt der illegal in Deutschland lebenden "Schattenmenschen" aufmerksam geworden.
Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,481974,00.html
externe Koordinierungsstelle im Lokalen Aktionsplan Barnim
Die externe Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplan Barnim ist angesiedelt beim Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V.. Ihre zentrale Aufgabe ist die Beratung und Begleitung von Antragstellenden und Einzelprojekten im LAP. Außerdem ist sie verantwortlich für die Vorbereitung der Sitzungen des Begleitausschusses, sowie für die Organisation der Beteiligungsprozesse und der Fortschreibung des LAP.
Weiterhin betreibt sie die Webseite www.lap-barnim.de und informiert dort wie auch über regelmäßig erscheinende Newsletter die Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen im Landkreis. Ein wichtiges Anliegen ist es, gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Initiativen, den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den am Thema Interessierten zu gewährleisten und weiter auszubauen.
Sportlerstammtisch gegen Rechts
Eingeladen zum Sportlerstammtisch gegen Rechts am 05. November 2007 waren Vertreter aller im Kreissportbund Barnim organisierten Vereine, so Trainer/innen, Übungsleiter/innen und ehrenamtliche Sportfunktionäre.
Der Abend im Sportzentrum "Fit und Fun" wurde vom Mobilen Beratungsteam für die Landkreise Barnim und Uckermark gestaltet.
Hier eine Stimme zum Sinn der Veranstaltung:
Alfred Gebhardt, Nachwuchsleiter des FV Motor Eberswalde fügt hinzu: "Der Stammtisch gegen Rechts war eine gute Sache. Wir müssen die Jugendlichen mehr einbinden in sinnvolle Beschäftigung. Da bietet der Sport viele Möglichkeiten. Auch die Stadt Eberswalde muss mit einbezogen werden."
Für Gebhardt wäre es auf einem weiteren Stammtisch auch interessant zu erfahren: "Wie verhält man sich, wenn rechte Anzeichen vorhanden sind?" Er wünscht sich konkrete Hinweise zum praktischen Umgang. "Wir müssen da unbedingt dranbleiben", so seine Einschätzung.
zum Artikel "Wir müssen unbedingt dranbleiben" im der MOZ
Ziel war es, die Eberswalder/innen über ein großes Graffito in die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus einzubeziehen und den Lokalen Aktionsplan Barnim bekannt zu machen.
"Das Motiv soll Weltoffenheit symbolisieren. Heraus in die ganze Welt, könnte man sagen. wir zeigen Züge, die in alle Himmelsrichtungen fahren oder von überall her kommen." so ein Protagonist.
Innerhalb des Projekts wurden auch rechtsextreme Schmierereien in der Stadt thematisiert.
zu einem Bericht von Michael Dietrich in der Märkischen Oderzeitung
Zugewanderte in Bernau, eine DVD Collage
Im Landkreis Barnim leben mehr als 4500 Einwanderer unterschiedlichster Herkunft. Doch die Kontakte zwischen Alteingesessenen und Zuwandernden sind begrenzt, oft nur sporadisch und häufig mit Vorurteilen behaftet. Der beste Weg solche Vorbehalte abzulegen ist das gegenseitige Kennen lernen. Neben persönlichen Begegnungen ist es für die Zuwandernden aber auch wichtig, auf breiterer Ebene Gehör zu finden. Um dies zu ermöglichen, hat der Soziale Integrationsvereins "Diamant" e.V. eine Collage aus Bildern, Erlebnisberichten und Interviews erstellt, welche den Alltag und das Umfeld etlicher Zugewanderten in Bernau dargestellt.
Thematisiert werden unter anderem Unterstützungsbedarfe und Herausforderungen bezüglich des Zusammenlebens mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft.
Ausstellung zur jüdischen Gemeinde im Landkeis Barnim
Dass es seit über 10 Jahren Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen GUS im Landkreis Barnim gibt, ist nicht allen Barnimern bekannt. Dass der Großteil der Zugewanderten mittlerweile angekommen und im Landkreis heimisch geworden ist, dazu hat die Jüdische Gemeinde des Landkreises erheblich beigetragen.
Nun stellt sie in einer Ausstellung den Verein und seine Mitglieder vor, das Leben im Barnim und die jüdische Religion. Sie geht auf die deutsche Geschichte ein und wie die Mitglieder der Gemeinde damit verbunden sind.
Notwendigerweise setzt sich das Projekt auch mit Antisemitismus auseinander.
Die Ausstellung wurde und wird an verschiedenen Orten im Barnim gezeigt und ist mit Gesprächsangeboten der jüdischen Gemeinde verbunden.
Studie "Selbsthilfe in migrantischen Initiativen im Barnim - Stand und Perspektiven"
Als Höhepunkt innerhalb der Woche der Begegnungen (Interkulturelle Woche) im September hat ein Kinder- und Jugendfest im Landkreis Barnim bereits Tradition.
Das Fest richtete sich an alle Barnimer Familien und alle Besucher/innen des Familiengartens Eberswalde.
Das Fest band über den Veranstaltungstag hinaus die Akteure in ein Netzwerk ein und bildete Brücken zwischen dem Nieder- und Oberbarnim.
Informelle Bande funktionierten praktisch rund um die Organisation des Festes.
Vielfalt wurde als öffentliches Gut präsentiert und Zugewanderte wurden als aktiv, ideenreich und kompetent wahrgenommen.
Aktive aus den Netzwerken für Integration Bernau und Eberswalde, dem Netzwerk Umweltbildung Eberswalde, des Bündnis für Familie Eberswalde und aus vielen Eberswalder Kita sorgten für Spiel und Spaß und dafür, dass jede/r etwas mitnehmen konnte, sei es ein Buch, einen selbstgebastelten Hut, einen Ballon oder ein geschminktes Kind.
Webauftritt des Lokalen Aktionsplan Barnim
Entwicklungswerkstatt "Kinder beStimmen mit"
Die Entwicklungswerkstatt „Kinder beStimmen mit“ ist eine Fortbildung, die sich an Erzieherinnen richtet, die in ihrer pädagogischen Professionalität sowohl Kinder als auch Eltern im Blick haben. Ziel der Fortbildung, die aus einer Reihe von fortlaufenden Veranstaltungen und Phasen der Praxiserprobung bestand, war es, die Qualifikationen der Teilnehmenden dahingehend zu erweitern, dass den Kindern stärker Erfahrungen von Selbstbestimmung und Mitbestimmung ermöglicht werden.
Im ersten Kursteil ging es um die Reflexion der pädagogischen Praxis in der Arbeit mit Kindern. Hier standen Fragen im Mittelpunkt wie:
- Wie kommunizieren Erzieherinnen mit Kindern? Wie nehmen Erzieherinnen kindliche Kommunikation wahr?
- Was brauchen Kinder, um zu erleben als Persönlichkeit respektiert zu werden?
- Wie können Kinder darin bestärkt werden, ihre Beteiligungsrechte wahrzunehmen? Gibt es Räume, in denen die Kinder etwas zusagen haben?
- Was ziehe ich heran (Begründungshaushalt), um Kinder zu beteiligen oder nicht zu beteiligen?
Im zweiten Kursteil setzen sich Erzieherinnen mit der Zusammenarbeit mit Eltern auseinander und erweiterten ihre professionelle Verantwortlichkeit auf den Umgang mit Familien.
Ziel von Peer Leader Projekten ist es, Jugendliche dafür zu gewinnen, sich zu engagieren – gegen Rechtsextremismus, aber auch gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung. Im Rahmen des Peer Leader Training wurden Jugendliche ausgebildet, ihre Mitschüler und Freunde für genannte Themen zu sensibilisieren und eine Diskussion darüber in Gang zu bringen, damit in den Schulen und Vereinen mehr auf präventiver Ebene gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit geschieht. Außerdem wurden den Jugendlichen konkrete Handlungsperspektiven aufgezeigt, die im Alltag (in)direkt zur Anwendung kommen können.
Wichtig war darauf zu achten, dass bei der Ausbildung von Peer Leadern Jugendliche mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen angesprochen wurden. Diese Heterogenität ist sehr wichtig.
Schultour 08 "Ich kann was! - Du auch!"
Graffiti, Breakdance und DJ-ing in der Schule? Das mag für manch eine/n erst mal gewöhnungsbedürftig klingen. Doch genau darum ging es dem Team der Schultour auch – raus aus dem Alltag, rein ins Debattieren, Plakate malen und Trommeln. Einen Schultag lang mal etwas ganz anderes machen, sich an neuen Dingen ausprobieren und das vor allem gemeinsam mit anderen. Neben der Förderung von kreativen Potentialen ging es in den Workshops nämlich vor allem darum, demokratische Normen einzuüben, den Leistungen aber auch Eigenarten anderer Toleranz und Respekt gegenüber zu bringen und den gleichberechtigten Umgang miteinander zu schulen. Am Ende des Projekttages stand die Präsentation des Erlernten vor allen Teilnehmenden.
Und weil es einigen so gut gefallen hatte, fanden sich längerfristig 3 Gruppen zusammen, die sich über den Projekttag hinaus gemeinsam trafen und trainierten. Zu sehen war ihr Können beispielsweise bei der Veranstaltung „Jugend im Advent“ der Evangelischen Kirchgemeinde Joachimsthal.
Ein schöner Nebeneffekt des Projektes: durch die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden lokalen jugendkulturellen Initiativen und Projekten, wurden deren Angebote bei Schülerinnen und Schülern bekannter und die Projekte besser mit den Schulen vernetzt.
Gemeinsam gegen Rechts Rock - für eine demokratische Jugendmusikkultur

- Foto: Torsten Stapel
Musik und die dazugehörigen jugendkulturellen Milieus sind prägend für die politische Einstellung vieler junger Menschen. Deswegen ist es wichtig, gerade im ländlichen Raum Alternativen zur rechtsextremen Erlebniswelten zu etablieren. Dieses Anliegen unterstütze auch der Eberswalder Verein Bands United e.V. mit seiner Unterstützung des Sportfreunde Stiller Konzertes in Finowfurt. Das Konzert wurde von den Kampagnen KEIN ORT FÜR NAZIS und LAUT GEGEN NAZIS organisiert und zielte unter anderem auf die Stärkung örtlicher Initiativen, welche sich für eine demokratische Jugendkultur einsetzten.
Zum MOZ-Artikel „Sportfreunde Stiller sangen in Finowfurt“
Zum MOZ-Artikel „Sportfreunde Stiller – laut in Finowfurt“
Die Stadt Biesenthal gewann mit dem Engagement ihrer Bürger/innen, Vereine und Einrichtungen den Demokratiepreis der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark.
Erhalten haben die Biesenthaler den Förderpreis für Demokratie für ihre Bemühungen um eine offene, gewaltfreie und demokratische Stadt. Denn Biesenthal ist bunt statt braun.
Stellvertretend für die vielen Akteure der Stadt nahmen der Bürgermeister André Stahl, Lena Bonsiepen von der Lokalen Agenda 21 Biesenthal e.V., Barbara Beyer vom Wukey´s e.V., Dietmar Groß vom Sportverein Biesenthal 90 e.V. sowie Heribert Rustige und Elke Eckert vom Verein Kultur im Bahnhof e.V. den Preis in Empfang.
Im Namen der Stadt bedankte sich André Stahl und würdigte insbesondere das große gemeinschaftliche Engagement der Bürger/innen der Stadt Biesenthal.
"Uns lagen vierzehn sehr eindrucksvolle Bewerbungen und Vorschläge von Vereinen, Initiativen, Kommunen und engagierten Privatpersonen vor. Die Jury hatte keine leichte Wahl." erklärte Prof. Viktoria Enzenhofer, die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Bürgerstiftung Barnim Uckermark.
Nomiert waren die Barnimer Kampagne Light me Amadeu, der Verein Diakonisches Werk Barnim e.V. mit der Theatergruppe AKZENT sowie die Stadt Biesenthal mit der Initiative "Biesenthal ist bunt statt braun".
Das Preisgeld von 2.000 Euro wurde von Privatpersonen und Unternehmen gestiftet, darunter der in Bernau lebende stellvertretende Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg Dr. Mohamed Hamdali, der Wirtschaftsinteressenring Eberswalde WIR e.V. sowie die Amadeu Antonio Stiftung (Berlin).
Das Bernauer Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit ist ein Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen Akteuren, welche seit November 2003 in Berrnau und Umgebung aktiv gegen Rechtsextremismus auftreten.
Organisiert und unterstützt werden die jährlichen Gedenkveranstaltungen zum 27. Januar, 8. Mai und 9. November.
Die brandenburgischen Kommunalwahlen am 28. September 2008 waren Anlass, gegen Neonazis aktiv zu werden.
Im Rahmen eines lokal abgestimmten Aktionsplanes als Teil der brandenburgweiten Kampagne "Keine Stimme den Nazis" wurde auf rechtsextreme Gruppierungen und Einzelpersonen aufmerksam gemacht.
Bekannt gemacht wurde, dass im Bernauer Ortsteil Schönow seit längerem Treffen und Veranstaltungen von organisierten Rechtsextremen stattfinden und sich in Biesenthal die NPD und ihr neonazistisches Umfeld ansiedelt.
Die Jugendbildungs- und Freizeitinitiative e.V. (bif e.V.) unterstützte aktiv das Bernauer Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit.
Durchgeführt wurden Informationsveranstaltungen und ein Straßenfest, eine Broschüre wurde veröffentlicht, wofür u.a. das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. angefragt wurde.
Eine Ausstellung der jüdischen Gemeinde unterwegs im Landkreis Barnim
Vereint gegen Rechts - Sport für Menschlichkeit und Toleranz
Negativschlagzeilen über rechte Fußballfans und gewalttätige Hooligans kennt man zur Genüge. Da hilft nur: konsequentes Ächten und strafrechtliches Verfolgen derartiger Äußerungen und Ausschreitungen! Außerdem ist es wichtig, dass sich die Vereine klar Positionieren. Das war auch Anliegen des Friedrichtswalder Sportverein 95 e.V., welcher am 20. Juni 2008 das 3. Mitternachtsfußballturnier veranstaltete. Geladen waren neben den Fußballvereinen aus der ländlichen Region und der Sportgruppe der Migranten aus Eberswalde, auch multikulturelle Mannschaften aus Schwedt und aus den Partnergemeinden in Polen. Klares Motto des Abends: Vereint gegen Rechts - Sport für Menschlichkeit und Toleranz.
Demokratische Bildung für zugewanderte Mitbürger in Eberswalde
Nachdem der Selbsthilfeverein „Kontakt Eberswalde“ e.V. festgestellt hatte, dass viele Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler zwar Staatsbürgerinnen und -bürger sind, aber nicht vollständig am politischen Prozess der Bundesrepublik teilnehmen, hat der Verein ein Projekt gestartet, dass Migrantinnen und Migranten politische Grundkenntnisse in Geschichte, Recht und vielen anderen Bereichen näher bringt.
Jugendmobil
Seit Mai 2006 wurde es in der schönen Gemeinde Schorfheide, wurde es in Finowfurt lauter. Lauter und unangenehmer, denn es finden auf dem Grundstück eines hinzugezogenen DVU-Funktionärs regelmäßig Neonazikonzerte und Veranstaltungen der DVU statt.
Die neusten Entwicklungen zeigen, dass nicht nur gefeiert wird, sondern von dort eine Gefahr ausgeht, die die Jugend der Gemeinde im Visier hat.
Rechtsextreme und Neonazis treten als "nette Nachbarn" in Erscheinung.
Schüler/innen der Oberschule Finowfurt sind bemerkbar beeinflusst.
Mit Hilfe des Lokalen Aktionsplanes Barnim kam Bewegung in die Gemeinde Schorfheide, mit der gezielt vor Ort interveniert wurde und wird. Ein Netzwerk stellt in den 9 Ortsteilen mit dem Jugendmobil interessante und lebensnahe Angebote bereit.
Erreicht werden Kinder zwischen 10 und 14 Jahren und Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, die aufgrund einer abgeschiedenen Ortsteillage nur wenige Angebote nutzen können.
Mit einem Bus, in dem vieles drin und an dem vieles dran ist, wird die Straße erobert, denn die Gemeinde Schorfheide ist KEIN ORT FÜR NAZIS.
Zusammengeschlossen haben sich dazu die Jugendarbeiter/innen und Bildungseinrichtungen in der Gemeinde Schorfheide mit den örtlichen Vereinen und vielen weiteren Unterstützer/innen.
Die Präsenz des Jugendmobils schränkt die Handlungsspielräume für die rechtsextreme Szene ein.
Hin&Weg sehen / Theateraufführungen für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt

- Plakat des Theaterstücks.
Über 400 Schülerinnen und Schüler in Bernau und Eberswalde sahen das jugendgerechte Theaterstück ‚Hin&Weg.sehen´ der Gruppe "theaterspiel", das von Zivilcourage und rechter Gewalt handelt. Um die dort behandelten Themen zu vertiefen, wurden die Aufführungen im Unterricht vor- und nachbereitet, außerdem gab es im Anschluss an die Vorstellungen Gelegenheit zum Austausch mit den Schauspieler/innen. Das Stück stieß auf großes Interesse unter den teilnehmenden Klassen.
Und darum ging's: Sem und Jule waren füreinander bestimmt, doch dann ist alles anders gelaufen. Verletzungen, Mobbing, Vorurteile haben sie getrennt, so liegen sie seit Jahren mit ihren Cliquen im Clinch. Alles im Rahmen, trotz empörter Reaktionen aus der Erwachsenenwelt, bis rechtsradikale Schläger und deren menschenverachtendes Gedankengut die Situation eskalieren lassen. Während Sem und seine Freunde um ihr Leben fürchten, denkt Juli immer noch, dass sie für die rechte Sache kämpft. Bis sie schmerzlich erkennen muss, dass Rechts nicht Recht ist.
Kämpfer für Toleranz
Mit einer Reihe von Kennenlernangeboten sollten Kinder und Jugendliche für Kampfkünste begeistert werden und dabei sich selber und die bzw. den Mitkämpfenden besser ein- und wertschätzen lernen. Dazu wurden gezielt Kinder unterschiedlicher Herkunft angesprochen, welche im Alltag eher nicht ihre Freizeit gemeinsam teilen.
Durch das Kennenlernen einer anderen Form der "Auseinandersetzung" sollte erreicht werden, dass die Teilnehmenden begreifen, dass Gewalt keine Lösung ist. Vielmehr wurde ihnen Toleranz und Respekt als Grundlage des Handelns gegenüber anderen vermittelt.
Geschichten aus dem Tagebuch der Anne Frank - Theater mit Diskussion

- Quelle: Bühne Scheselong
Mit insgesamt vier Aufführungen gastierte das Jugendtheater der Freien Bühne "Scheselong" im Landkreis Barnim, wo es "Geschichten aus dem Tagebuch der Anne Frank" aufführte. Das Stück, angelegt als szenische Collage für 2 Schauspielerinnen, konfrontierte die Schülerinnen und Schüler mit den Themen Fremdenfeindlichkeit, herabsetzendes Verhalten und Intoleranz. Anschließend gab es Gelegenheit, das Gesehene mit den Darstellenden zu diskutieren und Bezug auf aktuelle Beispiele zu nehmen.
Aus der Geschichte lernen - für ein tolerantes Miteinander
Geschichte jenseits des klassischen Unterrichts erfahrbar machen ist Anliegen der Denkwerkstatt in Halbe, die als außerschulischer Lernort vielfältige Möglichkeiten der Kompetenzausbildung bietet. Dieses nutzen auch 13 Schülerinnen und Schüler der Nordendschule Eberswalde um sich mit deutscher Vergangenheit und Gegenwart auseinander zu setzen. Doch nicht nur auf das inhaltliche Lernen und geschichtliche Erleben wurde viel Wert gelegt, ebenso wichtig waren die gemeinsame Gruppenfahrt und die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit- und untereinander. Besonders schön: die Teilnehmenden setzen ihr Engagement nach ihrer Rückkehr fort und pflegten die Gräber auf dem Eberswalder Waldfriedhof.
Anliegen der Broschüre ist es, sich mit tief in der Gesellschaft verwurzelten Vorurteilen und rassistischen Argumenten auseinander zu setzen und die Menschen im Barnim zu sensibilisieren.
Zuwanderung als Normalität wird in den Blick gerückt, interessant sowohl im historischen Kontext als auch in der Auseinandersetzung mit der neueren Geschichte und der Gegenwart.
Die erste Auflage der Broschüre war 2003 schnell vergriffen. Nun liegen weitere 1500 überarbeitete, aktualisierte und inhaltlich erweiterte Exemplare vor.
Mit dem neu hinzugekommenen Kapitel "Geschichte erleben" (Seite 31-32) gelingt es, den Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart zu schließen. Zwangsarbeiterinnen kommen an die Stätte ihres Leidens zurück und treffen dort auf engagierte und aufgeschlossene junge Eberswalder/innen, denen die Vergangenheit nicht gleichgültig ist. Besonders die jungen Leser/innen werden hier über Möglichkeiten informiert, sich zu engagieren.
Die Broschüre ist vor allem für die Arbeit im Bildungsbereich geeignet. Dafür stehen im Museum in der Adler-Apotheke in Eberswalde Klassensätze bereit.
Broschüre "Fremde Heimat Eberswalde?" als pdf-Datei
BAFF - Plenum
Jugendkulturelle Angebote gibt es nicht wenige im Landkreis Barnim. Sie unterscheiden sich in Ausrichtung und Zielgruppe, aber vor allem auch in der Organisationsform. Das Projekt BAFF-Plenum hebt sich insofern von „üblichen“ Projekten ab, dass sich Jugendliche aus dem Landkreis zusammenfinden um gemeinsam aktiv zu werden, und zwar selbstorganisiert. Sie treffen sich regelmäßig zu Band- oder Breakdance-Proben, und bereiten diese in Plenas und Teamsitzungen organisatorisch und inhaltlich vor. Dabei werden die kreativen Interessen mit politischen Zielstellungen verbunden, beispielsweise wenn einstudierte Konzerte mit Benefizveranstaltungen für ein Flüchtlingsheim verknüpft werden. So werden demokratische Prozesse erlernt und mit inhaltlich verantwortbarem Handeln verbunden.
Disziplin, Bewusstsein, Teamgeist
Dieses präventive Angebot der Jugendfreizeit im Jugendclub Joachimsthal zielte darauf, die Arbeit mit den Jugendlichen im Club zu unterstützen. Dabei standen 2 wesentliche Ziele im Mittelpunkt: einerseits die Atmosphäre im Jugendclub zu entspannen, indem die Bereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation und Kommunikation, der Wille und die Fähigkeit zur gemeinsamen Bewältigung kollektiver Aufgaben und die Konfliktfähigkeit der Jugendlichen geschult wurden; und andererseits bei den Jugendlichen über körperliche Selbsterfahrung eine Auseinandersetzung mit persönlichen Problemlagen und vorhandenen, arrivierten Einstellungsmustern und Verhaltensweisen einzuleiten.
Um dies zu erreichen wurde ein Kampfkunstkurs durchgeführt, welcher den Mantel für einen Prozess der Selbsterfahrung der einzelnen Teilnehmer bildete. In der Auseinandersetzung mit eigenen Schwächen und Stärken, sowie der bewussten Reflektion eigener Wünsche und Perspektiven gelang es den teilnehmenden Jugendlichen wesentlich konstruktiver und selbstbewusster mit bestehenden Heraus- und Anforderungen umzugehen.
Kinder machen Kinderrechte Nachrichten
Mit einem Familienfest auf dem Markplatz demonstrierten die Biesenthaler, dass in ihrer Stadt kein Platz für Rechtsextremismus und Intoleranz ist. Angeregt worden war die Veranstaltung von Teilnehmer/innen des monatlich tagenden Bürgerforums der Lokalen Agenda 21 in Biesenthal.
Das Familenfest diente der Mobilisierung und Vernetzung der Biesenthaler Bürger/innen und war getragen von den Vereinen und Einrichtungen in der Stadt.
Mit dabei waren die Freiwillige Feuerwehr Biesenthal, der Heimatverein, die beiden Kita der Stadt, die Grundschule "Am Pfefferberg, das Jugendkulturzentrum Kulti, die Kirchengemeinden, der Kreisjagtverband OG Biesenthal, die Vereine Lokale Agenda 21 Biesenthal e.V., Kultur im Bahnhof e.V., Schützengilde Biesenthal 1588 e.V., der Sportverein SV 90 Biesenthal e.V., der Drachenbootsportverein Wukey´s e.V. und viele mehr.
Unterstützung bekamen die Biesenthaler vom Bernauer Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit, vom Jugendmobil der Gemeinde Schorfheide und von der Sparkasse Barnim.
Zu den Biesenthaler Bürger/innen sprachen neben den Bürgermeister der Stadt Biesenthal, André Stahl, und dem Barnimer Landrat, Bodo Ihrke, auch der Präsident des Landtages Brandenburg, Gunther Fritsch.
Flyer "bunt statt braun"
70. Jahrestag der Reichspogromnacht
Die Jüdische Gemeinde im Landkreis Barnim e.V. beteiligte sich an den Aktivitäten zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht mit einer Veranstaltung der Gemeinde am 10. November 2008.
Diese fand in den Räumen der jüdischen Gemeinde statt.
In der Stadt Bernau leben seit über 10 Jahren wieder Juden und diese wollen sich der Geschichte ihrer Aufnahmegesellschaft gewahr werden.
Insgesamt leistet die jüdische Gemeinde einen Beitrag zur hiesigen Bewältigungskultur.
Hintergrund:
Angebote der politischen Bildung zu Nationalsozialismus und den deutschen Verbrechen während des NS und des 2. Weltkrieges an Zugewanderte müssen sich von den bisherigen Angeboten unterscheiden. Eine 1 zu 1 Identifikation mit der Geschichte der Aufnahmegesellschaft kann durch Zugewanderte nicht erfolgen.
Vielmehr gilt es, die Identität der eigenen Gruppe und eigene Erfahrungen in die Befassung mit der deutschen Geschichte einfließen zu lassen. Es gibt Erzählungen der Geschichte und zusätzliche Erfahrungen mit der Aufnahmegesellschaft z.B. Antisemitismus, Rechtsextremismus oder aggressiven Nationalismus.
Internet verbindet - Internetzugang für Flüchtlinge
Haltung zeigen.
Im Rahmen einer gemeinsamen „Kampagne für Demokratie“ der Bürgerstiftung Barnim Uckermark mit dem LAP-Barnim wurden Plakate und Buttons (jeweils 2 Motive) gefertigt, auf denen klare Bekenntnisse zur Demokratie und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit formuliert sind.
Die Plakate sind für den Aushang in öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Bürgerzentren, der Verwaltung, Läden und Büros gedacht oder können auch privat genutzt werden. Darüber hinaus werden sie Bürgerinitiativen zur Verfügung gestellt.
Für die Jacke gibt es Buttons, für Menschen, die sich beispielsweise bei Gedenkveranstaltungen oder Demonstrationen deutlich und sichtbar bekennen möchten.
musikalisch-literarische Diskussionsveranstaltung gegen Rechts
Nachdem im Bernauer Ortsteil Schönow wiederholt Veranstaltungen recht(sextrem)er Gruppen stattfanden, hatte es der Verein „Wir in Schönow“ satt. Gegenkultur sollte her und möglichst viele Menschen unterschiedlichster Hintergründe erreicht werden mit dem Anliegen, den Rechten nicht das Feld zu überlassen und Position gegen deren Machenschaften zu beziehen.
So entstand die Idee zu einem musikalisch-literarischen Abend. Dort wurden Musikstücke und Lesungen zur Geschichte der Judenverfolgung und anderer rechtsextremer Ausschreitungen vorgestellt und mit Diskussionsrunden zur aktuellen Situation im Ortsteil und in Brandenburg allgemein verbunden. Nicht nur wegen der guten Resonanz wird die Veranstaltungsreihe im kommenden Jahr fortgesetzt; auch der Bedarf ist keineswegs kleiner geworden!











