Lokaler Aktionsplan Barnim

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3. und 6.12.: Zum Gedenken an Amadeu Antonio

Zum Gedenken an den 21. Todestag von Amadeu Antonio laden die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ und die Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit sowie der afrikanische Kulturverein Palanca e.V. am Dienstag, dem 6. Dezember 2011 um 17 Uhr an die Erinnerungstafel, Eberswalder Straße 26 in 16227 Eberswalde herzlich ein.

Bürgermeister Friedhelm Boginski wird dazu ebenfalls vor Ort sein und ein Blumengebinde niederlegen.

Bereits am 3. Dezember 2011 laden die Barnimer Kampagne Light me Amadeu und die Koordinierungsstelle für Toleranz zu einem besonderen Workshop ein: „Was habe ich davon, weiß zu sein?“ Weißsein ist mit vielen Privilegien verbunden. Als Schwarze/r hingegen wird Frau und Mann beständig mit Vorurteilen konfrontiert.

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Landespräventionspreis verliehen

Quelle: Landespräventionsrat

Eberswalde kann sich über zwei Preisträger beispielhafter Präventionsprojekte freuen: am 23. November wurden vom Landespräventionsrat Brandenburg die Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit und das Deutsche Bahn Educatuion Team ausgezeichnet. Für die Nordendschule und das Polizeirevier Eberswalde gab es die Anerkennung als beste Partnerschaft Schule und Polizei im Land Brandenburg.

Die Auszeichnung in Potsdam hatten Innenminister Dietmar Woidke und Bildungsministerin Martina Münch vorgenommen. Für die Preisträger, zu denen auch das Tanzhaus Senftenberg gehört, gab es neben der Anerkennung für ihre Projekte auch finanzielle Zuwendungen in Höhe von 3500 Euro beziehungsweise 2000 Euro. „Ich bin sehr stolz auf diese Ehrung, weil Eberswalde eine Geschichte hat, die auch nach Außen demonstrierte, nicht gerade für Weltoffenheit und Toleranz zu stehen. Es war ein schwieriger Prozess, Rechtsextremen Grenzen aufzuzeigen und deutlich zu machen, dass in der Stadt so etwas nicht geduldet wird“, sagte Bürgermeister Friedhelm Boginski bei einem kleinen Empfang der Ausgezeichneten im Rathaus. „Wir sind inzwischen auf richtig gutem Weg. Menschen, egal welcher Hautfarbe, haben bei uns immer eine Chance und sind willkommen“, wollte er klar gestellt wissen.

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Vorbildliches aus Eberswalde

Aus Anlass des 22. Jahrestages des Inkrafttretens der UN-Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen am 20. November stellte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse im Deutschen Bundestag das Modellprojekt „Kinderrechte in der Kommune“ vor.

In dem Projekt, das die Amadeu Antonio Stiftung in Brandenburg und Sachsen in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern durchführte, wurden Kinder und Jugendliche auf ganz praktische Weise in kommunale Entscheidungsprozesse mit einbezogen. Unterstützt wurde das Projekt auch vom LAP Barnim.

Kinderrechte im Alltag erfahrbar machen: Kinderrechte in der Kommune


So verhandelten beispielsweise Kinder eine fünften Klasse in Eberswalde mit dem Bürgermeister und den Behörden der Stadt über die Errichtung eines Zebrastreifens vor ihrer Schule, sprachen mit Journalisten über ihr Vorhaben und warben in der Öffentlichkeit dafür. Dabei lernten sie auf ganz praktische Weise, wie sie eigene Wünsche und Interessen artikuliert und eigene Rechte in einer demokratischen Gesellschaft geltend gemacht werden.

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Interkulturelle Woche 2011

Bild des kolumbianischen Malers Alberto Jerez

Mit der Eröffnung der Ausstellung "Über-Lebenskunst" des kolumbianischen Malers Alber to Jerez begann die diesjährige Interkulturelle Woche im Landkreis Barnim.

Noch bis zum 03. Oktober wird im Rahmen der Woche ein abwechslungsreiches Programm geboten, organisiert von verschiedenen Vereinen und Institutionen in Kooperation mit der Beauftragten für Migration des Landkreises, Marieta Böttger. Das ausführliche Programm finden Sie hier.

Einen der Höhepunkte stellt das 9. Internationale Kinderfest dar, dass am 24. September im Familengarten Eberswalde steigt. Neben Kindertheater und allerlei Mitmach-Angeboten werden auch Informationen rund um das Thema „Bildungsgerechtigkeit" geboten.

Die Ausstellung ist übrigens noch bis zum 23. September im Foyer des Paul Wunderlich Hauses in Eberswalde zu sehen. Ein Besuch lohnt!

 

Umbenennung selbstgemacht

Mit der Enthüllung einer Tafel unter dem Straßenschild der Eberswalder Straße, Ecke Altes Walzwerk, die an Amadeu Antonio erinnert, ist die Kampagne „Light me Amadeu“ ihrem Ziel ein Stück näher gekommen: der (vorerst symbolischen) Umbenennung des Straßenabschnittes, in dem Amadeu Antonio vor 20 Jahren von einem rechten Mob gejagt und tödlich verletzt wurde.

In spätestens einem Jahr, zum 50. Geburtstag Antonios, soll der Straßenabschnitt auch offiziell umbenannt werden. So das Ziel der Initiator_innen der zur Kampagne "Light me Amadeu“.

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Preisgekröntes Engagement gegen Rechts

Tolle Nachrichten aus dem Landkreis: erst heute wurde die Bernauer Dolmetscherin Ursula Nikitenko mit dem Band für Mut und Verständigung ausgezeichnet! Ihre Unterstützung russischsprachiger Zuwanderer, die sie beispielsweise bei Arzt- oder Ämterterminen begleitet, leistet einen wichtigen Beitrag gegen Ausgrenzung und setzt ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus.

Das möchte auch die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ die sich aktuell dafür einsetzt, dass eine Straße in Eberswalde nach Amadeu Antonio benannt wird.  Aktuelles dazu und mehr Informationen über die Möglichkeiten die Kampagne zu unterstützen finden sich hier.

Einen weiteren schönen Anlass stellt das bevorstehende zehnjährige Jubiläum der Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit der Stadt Eberswalde dar! Aus diesem Anlass läd die Koordinierungsstelle am 14.06. ab 17 Uhr zum "Netzwerkbarbecue" ins Exil in Eberswalde ein.

Wie notwendig das kontinuierliche Engagement gegen Rechtsextremismus ist, zeigen die aktuellen Entwicklungen: ob offensichtlich oder versteckt: die NPD bleibt weiter umtriebig im Landkreis. Erst vor wenigen Wochen gründete sich ein Ortsverband in Joachimsthal und in zwei Wochen steht mal  wieder das DVU/NPD-Sommerfest in Finowfurt an – parallel zum beliebten Flößerfest. Das lässt nichts Gutes erahnen. Die Hintergründe beleuchten zwei Artikel, die an dieser Stelle empfohlen seien:
Die NPD von innen“ und „Aus DVU- wird NDP-Fest“.

 

Fensterscheibe von Jüdischer Gemeinde eingeschlagen/ Spendenaufruf

In der Nacht zu Sonnabend, den 26. März, wurde eine der Schaufensterscheiben der Jüdischen Gemeinde in Bernau mit einem etwa 25 cm großen Stein eingeworfen. Die Scheibe zersplitterte und ein Teil des Fensterbrettes brach ab. Verletzt wurde niemand. In den Briefkasten wurde außerdem ein Hakenkreuz eingeritzt. Erst seit Februar befindet sich die Gemeinde in dem Gebäude, das auch vom Sozialen Integrationsverein Diamant e. V. genutzt werden. Bereits in der Vergangenheit gab es Beleidigungen, Pöbeleien und auch tätliche Angriffe auf Mitglieder der Gemeinde. Zu den Tätern ist bisher nichts bekannt.

In derselben Nacht tauchten Nazi-Aufkleber mit der Aufschrift "Ausländer rein, wir sagen nein" in der Stadt auf, u.a. an der Eingangstür eines Ladens unmittelbar neben der Gemeinde.

Spendenaufruf vom Bernauer Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit (28. März 2011):

igentlich wollten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Sozialen Integrationsverein Diamant e. V. am Samstagmorgen (26. März) in den Vereinsräumen die letzten Vorbereitungen für das Kinderfest erledigen, als sie mit Schrecken feststellen mussten, dass Unbekannte eine der großen Schaufensterscheiben eingeschlagen hatten. „Wir sind sehr beunruhigt, weil wir nicht wissen, wer hinter dieser Zerstörung steckt“, äußert sich die Geschäftsführerin des Vereins Diana Sandler und gleichzeitig Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Landkreis Barnim, erschrocken. „Außerdem ist die Reparatur des Fensters mit Kosten verbunden, die der Verein nicht aufbringen kann. Auch für die Jüdische Gemeinde als Mieterin, die mit dem Verein eng kooperiert, ist das ein großes Problem.“ Das Schlimmste sei aber die Verunsicherung der Zuwanderinnen und Zuwanderer. Das Bernauer Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit ist empört über diese Gewalttat und bittet alle Barnimerinnen und Barnimer, die Jüdische Gemeinde mit einer Spende zu unterstützen und damit gleichzeitig ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Spenden können eingezahlt werden auf das Konto der Jüdische Gemeinde Landkreis Barnim e.V. bei der Sparkasse Barnim, Bankleitzahl 17052000, Konto–Nr. 3140078330, Kennwort: Solidarität. Auf Wunsch kann eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden.

Quelle: Bernauer Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit, Antifaschistische Aktion Bernau, Inforiot

 

Ausgezeichnetes Engagement aus dem Barnim

Am 18. Februar beginnen die Preisverleihungen im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“!

Unter den insgesamt 80 vorbildlichen Projekten und Initiativen, die für ihr Engagement in 2010 geehrt werden, sind auch zwei Preisträger aus dem Barnim:

Ausgezeichnet werden das Projekt „Spurensuche - Arbeit für den Frieden" des Fördervereins der Allgemeinen Förderschule Eberswalde e.V. und das Projekt „Keine Angst vor Fremden" des Bernauer Vereins Bildung - Begegnung – Zeitgeschehen.

Der Preis, der alljährlich vom Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) ausgelobt wird, wird im Hennigsdorfer Rathaus verliehen. Mit dabei sind u.a. Monika Lazar, Abgeordnete des Deutschen Bundestages und Uta Leichsenring, Leiterin der Außenstelle Halle der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

 

Wiedersehen mit Eberswalde – Hier gibt es keinen Hass mehr

Wacława Gałęzowska, Janina Wyrzykowska und Marianna Bogusz kamen als Jugendliche zur Zwangsarbeit nach Eberswalde in die Ardelt-Werke.

Ehemalige Zwangsarbeiterinnen der Firma Ardelt berichten in neuer Dauerausstellung über das KZ-Außenlager Eberswalde

Direkt an der Hauptverkehrsstraße und gegenüber der Bahnlinie von Eberswalde nach Finowfurt am Bahnhof Eisenspalterei befand sich von September 1944 bis April 1945 ein Außenlager des KZ Ravensbrück.

Die hierher verschleppten Frauen, cirka 800, kamen vorwiegend aus Italien, der Sowjetunion und Polen.

Die Polinnen galten als politische Häftlinge. Die meisten von ihnen waren während des Aufstandes in Warschau ihrer Freiheit beraubt worden. Von den Verbrechen, die an ihnen begangen wurden, erzählen sie in unserer Dauerausstellung.

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Einladungsflyer

 

Gedenken zum 20. Todestag Amadeu Antonios

MOZ/Thomas Burckhardt

106 Männer kamen 1987 aus Angola ins "sozialistische Bruderland" DDR, nach Eberswalde. Doch statt des versprochenen Studiums gab es Arbeit im Fleischereikombinat, Rassismus und schließlich wurde einer von ihnen, Amadeu Antonio Kiowa, 1990 sogar ermordet. Am 6. Dezember gedachte Eberswalde ihm zum 20. Todestag.

Von Simone Rafael

"Als wir aus Angola kamen, hat niemand von uns im Traum daran gedacht, dass einer von uns in Eberswalde sterben könnte, weil er die falsche Hautfarbe hat", sagt Moises Mvuvama. Weil es vor zwanzig Jahren aber genau so kam, gedachten Engagierte in Eberswalde am 06. Dezember dem angolanischen Vertragsarbeiter Amadeu Antonio Kiowa, dem ersten Opfer rechtsextremer Gewalt, dass nach der Wende öffentlich thematisiert wurde.

Gedenken am Todesort

Rund hundert Menschen sind gekommen an diesem 06. Dezember 2010 an die unwirtliche Ausfallstraße in Eberswalde. Hier weist eine kleine Tafel an der Mauer darauf hin, dass an diesem Ort Amadeu Antonio Kiowa am 25. November 1990 mit 28 Jahren von einem Mob von 50 Rechtsextremen gejagt, gestellt und so tödlich verletzt wurde, das er am 06. Dezember 2010 im Krankenhaus starb. Die Gruppe "African Voices" trommelt gegen die Trostlosigkeit des kalten Novemberabends. Jugendliche der Initiative "Light me Amadeu" führen durch das Gedenken, haben antirassistische Texte und Lieder zu Amadeu Antonio ausgewählt, dem 28-jährigen ehemaligen angolanischen Vertragsarbeiter, der Deutschland auch nach der Wende nicht verlassen wollte, weil seine deutsche Frau ein Kind erwartete. Er wird als erstes Todesopfer rechtsextremer Gewalt nach der Wende im öffentlichen Bewusstsein wahrgenommen und geht in die Geschichtsbücher ein. Kerzen werden angezündet, Kränze niedergelegt, und Blumen. Der Stein wird beachtet, geschmückt, bei diesem Gedenken ein Mal im Jahr.

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Sonderbeilage der Opferperspektive zum Tod Amadeu Antonios vor 20 Jahren

Am 6. Dezember 2010 jährt sich zum zwanzigsten Mal der Todestag von Amadeu Antonio Kiowa. Eine Zeitung, die als Beilage der Märkischen Oderzeitung im Barnim erscheint, erinnert an die Ereignisse vor 20 Jahren und wirft Fragen nach dem Gedenken an Opfer rechter Gewalt auf.

In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 wurde der Angolaner von rechten Jugendlichen, die »Neger aufklatschen« wollten, zu Tode geprügelt. Der 28-Jährige starb zwölf Tage später an den Folgen des Angriffs.

Kaum ein anderes Ereignis hat Eberswalde in den letzten Jahrzehnten so geprägt. In der damals erst wenige Wochen alten wiedervereinten Bundesrepublik war Amadeu Antonio eines der ersten Todesopfer rechter Gewalt, über das öffentlich gesprochen wurde.

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Download der Beilage.

Die Herausgabe der Zeitung »Eine Nacht, die vieles in der Stadt verändert hat« wurde unterstützt von der Koordinierungsstelle »Tolerantes Brandenburg«.

 

Mit Kunst und Kultur Brücken bauen

Foto: Friderun Lübken

Es gab zwar keinen roten Teppich, und auch die Robe war wenig glamourös. Dennoch lag ein Hauch jener Atmosphäre und Spannung in der Luft, wie sie etwa bei der legendären Oscar-Preisverleihung herrscht. Zum zweiten Mal hatte die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark in Kooperation mit dem Lokalen Aktionsplan Barnim den Förderpreis Demokratie ausgelobt.

Mit der Einladung der Nominierten durften sich schon mal vier Projekte Hoffnungen auf die begehrte Trophäe, die erneut aus der Werkstatt des Eberswalder Metallgestalters Eckhard Herrmann stammt, machen: das Bündnis Barnim Nazifrei, die Eberswalder Nordendschule, die Theatergruppe Akzent sowie BAFF. Wobei Johanna Funk von der Bürgerstiftung wie auch die Barnimer Sozialdezernentin Silvia Ulonska betonten, dass allen Projekten Dank gebühre. „Und zwar eigentlich jeden Tag“, so Ulonska. Alle Initiativen verdienen Anerkennung und öffentliche Würdigung, erklärte Funk. Ob das Projekt Männer und Migration aus Bernau, die Tour de Tolerance oder Polizeidirektor Hans-Jürgen Willuda, einziger Einzelvorschlag.

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Sie werden nicht müde…

…martialische Strafen zu fordern. Für „effektiven Opferschutz“ will die NPD am 23. Oktober in Joachimsthal demonstrieren. Doch um die Betroffenen von sexueller Gewalt geht es ihr nicht. Eine Gegenkundgebung findet vor dem Pfarrhaus statt.


„Keine Gnade für die Täter! – Geborgenheit statt Angst“: unter diesem Motto will die NPD am 23. Oktober 2010 im brandenburgischen Joachimsthal demonstrieren. An diesem Tag ruft sie zu einer Mahnwache auf, die „effektiven Opferschutz“ fordert. Die NPD beschäftigt sich wieder mit dem Fall Werner K., der nach 22 Jahren Haft wegen mehrfacher Vergewaltigung aus dem Gefängnis entlassen wurde und nach Joachimsthal zog. Nach der Mahnwache will die NPD bis zur Kreuzung Griemnitzer Straße demonstrieren. Eine Gegenkundgebung findet im Vorgarten des Pfarrhauses statt, auf dem Markplatz und dem Kirchplatz veranstaltet die Stadt währenddessen ein unpolitisches Herbstfest.

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Zwei Nazigroßveranstaltungen am vergangenen Samstag im Barnim


Kategorie C im Alten Dorfkrug

Am vergangenen Samstag fand im „Alten Dorfkrug“ im Bernauer Ortsteil Schönow seit langem wieder ein größeres Rechtsrockkonzert statt. Die Bremer Gruppe „Kategorie C“, als rechte Hooliganband bekannt, hatte erst wenige Stunden vor dem Konzert den Ort preisgegeben.

Da die Band in der Vergangenheit oftmals durch Gegenprotest und Polizei an der Durchführung ihrer Veranstaltung gehindert wurde, halten sie ihre Konzerte bis kurz vor Beginn geheim. Im vergangenen Jahr wurde ein Konzert der Band in Berlin durch ein Großaufgebot der Polizei verhindert.

Etwa 250 bis 300 Konzertbesucher_innen hatten nach Personenkontrollen durch die Polizei bis kurz nach Mitternacht gefeiert. Zu Zwischenfällen sei es nach Aussagen der Polizei nicht gekommen. Es habe kein Grund bestanden, die Veranstaltung zu unterbinden oder aufzulösen. Dennoch war die Polizei mit einem großem Aufgebot vor Ort. Es gab Straßensperrungen um den „Alten Dorfkrug“.

Nach Angaben lokaler Antifaschist_innen seien unter anderem Nazis aus Berlin, Teltow-Fläming, Oberhavel, Märkisch-Oderland und dem Barnim, aber auch aus Rheinland-Pfalz und Niedersachsen anwesend gewesen.

NPD feiert Preußentag in Finowfurt

Auch beim so genannten „Preußentag“ des Brandenburger NPD-Landesverbands am Samstag war der Veranstaltungsort erst kurzfristig bekannt geworden. Bei der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort hatten die NPD zuvor Absagen einstecken müssen und letztendlich auf das Grundstück des langjährigen DVU-Aktivisten Klaus Mann in Schorfheide (Finowfurt) zurückgegriffen.

Die NPD wollte sich mit dem „Preußentag“ bewusst von den Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober abgrenzen. Unter dem Motto „Für eine echte  Wiedervereinigung“ wollte die neonazistische Partei „daran erinnern, daß am 03. Oktober 1990 nur eine Teilwiedervereinigung stattgefunden hat, denn Schlesien, Pommern, Ostpreußen, Westpreußen, Böhmen, Mähren, das Sudetenland und Danzig befinden sich noch immer unter fremder Verwaltung“. Laut ihrer Internetseite seien etwa 150 Gäste vor Ort gewesen.

Quelle: inforiot

 

01.09.2010

Anti-Rassismus-Training

17. – 19. September 2010 (später Freitagnachmittag bis Sonntag)
in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein, Werneuchen / Werftpfuhl
für alle ab 17 Jahre aus dem Landkreis Barnim, Teilnehmer_innenzahl 20
(Es wird wohl eine Gruppe jüngerer als auch älterer Teilnehmer_innen geben.)
Notwendiger finanzieller Beitrag: 20,00 Euro / ermäßigt 10,00 Euro
Veranstalter: Barnimer Kampagne Light me Amadeu - Rassismus erkennen & überwinden
Anmeldung hier: kontakt@amadeu-antonio.de
Siehe auch: www.amadeu-antonio.de

Im Anti-Rassismus-Training wollen wir den weißen Teilnehmer_innen die Möglichkeit geben, die Mechanismen von Rassismus zu entdecken und Wege zu einer Verringerung von Rassismus zu finden.
Das Training ist kein Seminar. Es geht nicht um die Diskussion von Rassismustheorien. Wir forschen vielmehr gemeinsam nach dem Ineinander von dem, was wir zum Rassismus beitragen und was strukturell in unserer Gesellschaft verankert ist.
Im Training arbeiten wir mit verschiedenen Methoden: Plenum, Gruppenarbeit, Partner_innenarbeit, Rollenspiel, Video.
Die Gestalt der Arbeitsphasen entwickelt sich im Laufe der Tagung. Dabei kommt es zu einem Wechsel von Informations-, Verarbeitungs- und Reflexionsphasen.

Trainer sind die Brüder Merih und Mutlu Ergün vom Verein Phönix e.V - http://www.phoenix-ev.org/.

Mutlu Ergün entwickelte u. a. gemeinsam mit Noah Sow die antirassistische politische Satire Edutainment Attacke, für die er bisweilen in Deutschland performt.
Gerade ist von ihm Kara Günlük - Die geheimen Tagebücher des SESPERADO im Unrast Verlag erschienen. Zum Inhalt: Es darf über Rassismus gelacht werden.
Mehr zum Buch hier: http://www.unrast-verlag.de/unrast,3,0,593.html

Beim Verein Phönix e.V. wirkt eine starke Gruppe aus dem Land Brandenburg mit, es gibt also nach dem Seminar viele Anspechpartner_innen in der Nähe.
Der Verein Phönix e.V. erhielt am 01. September für seine Arbeit den Aachener Friedenspreis.

Das Anti-Raissismus-Training wird vom Lokalen Aktionsplan Barnim im Rahmen des Bundesprogramms "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" gefördert.

 

08.09.2010

Das Gymnasium Finow wird 44. "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" im Land Brandenburg

Am 7. Juli bekam das Gymnasium Finow als 44. Schule im Land Brandenburg den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. 

Der Titel ist kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft.

Pate des Gymnasiums Finow ist das Theaterensemble LABEL NOIR, das ausschließlich aus Schwarzen Schauspielerinnen und Schauspielern besteht.

Gefördert vom Lokalen Aktionsplan Barnim hatten Lara Sophie Milargro und Vanessa Rottenburg, zwei Schauspielerinnen des Ensembles, Anfang Mai fünf 45minütige Workshops für die Klassen 8,9,10 und 11 durchgeführt und spielerisch wachgerufen, wie nah uns Rassismus ist. Es ging um Stereotype und Vorurteile, mit denen wir ständig hantieren, und die wir insbesondere Schwarzen Menschen bisweilen um die Ohren hauen.

Wer mehr über die Stereotypisierung und Exotisierung von Schwarzen Menschen erfahren will, dem empfehlen wir die Seite DER BRAUNE MOB. Aktuell geht es dort auch um Eberswalde und darum, dass afrikanische Menschen sowie ihre Darbietungen, Kunst und Kultur Gegenstand eines Zoobesuchs werden sollen.

 

30.06.2010

Jüdische Kultur erleben

Am Sonntag, den 11. Juli 2010 eröffnet die diesjährige „Jüdische Woche“ in Bernau. Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet ein Konzert mit der Kantorin Mimi Sheffer in der Sankt-Marien-Kirche um 16 Uhr.

Mimi Sheffer, Kantorin und Sängerin, gestaltet ein Konzert  von klassischer bis zur gegenwärtigen Synagogalmusik  Hazzanut. Musik renommierter internationaler Kantoren wird in all ihren Facetten zwischen gestern und heute präsentiert. Mimi Sheffer singt virtuose Solostücke und bekannte
Synagogenlieder  und spannt dabei einen Bogen zwischen dem Dramatischen und Innigen, dem Melancholischen und der Freude. Begleitet wird sie von Organist und Pianist Mirlan Kasymaliev.
Anschließend wird der Vorstand der Gemeinde im Tobias-Seiler-Saal sich und das  Programm der Jüdischen Woche vorstellen. Vertreter der Stadt, des Landkreises und der Kirchen sind eingeladen, ein Grußwort zu sprechen. Bei einem koscheren Buffet gibt es Gelegenheit  zum Erfahrungsaustausch.

Weitere Termine sind:

Sonntag, der 18. Juli 2010 „Tag der Jüdischen Kultur“, im AWO Saal, An der Stadtmauer 12, Bernau
12 -17 Uhr: Konzert  mit Klezmer-Chidesh-Band
18.30 Uhr: Traditionelle jüdische Speisen und koscherer Wein aus Israel können probiert werden
19.30 Uhr: Geselliges Beisammensein und jüdische Tänze zur Musik der Gruppe Klezmer Chidesh

Sonntag, 5. September 2010 Abschlussveranstaltung, AWO Saal, An der Stadtmauer 12, Bernau
16 Uhr: Konzert mit dem Jüdischen Chor aus Cottbus
18.30 Uhr: Jüdische Tanzgruppe  präsentiert Traditionelle Tänze
Anschließend kleines Buffet und Gespräch zum Thema jüdisches Leben heute im Landkreis Barnim

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos, für Speisen und Getränke wird um eine kleine Spende gebeten.

 

29.05.2010

500 Menschen verhindern Neonaziaufmarsch in Bernau

Foto: Brandenburg Nazifrei

Jubel bricht bei den Blockierer_innen aus, als die Nazis gegen 14:00 Uhr ihre Versammlung auflösen. Durch die Sitzblockade am Bahnhofsvorplatz wurde der Naziaufmarsch in Bernau verhindert.

Rund 500 Menschen folgten dem Aufruf von "Brandenburg Nazifrei" und beteiligten sich an der Blockade einer Kreuzung, welche auf der Route des geplanten Neonaziaufmarsches lag. Etwa vier Stunden machten die Blockierenden die Straße dicht, unter ihnen viele Bernauer/innen, Unterstützer/innen aus der Region, antifaschistische Gruppen, zivilgesellschaftliche Initiativen, sowie Parteien und Gewerkschaften.

Die 90, zumeist von außerhalb angereisten Neonazis konnten hingegen keinen Meter laufen. Einmal die Bahnhofstreppe runter, 2 Stunden lang Beine in den Bauch stehen, sich ärgern, dann wieder die Bahnhofstreppe rauf - das war der Auftakt der "KMOB" Demos.

Das die Veranstaltung so erfolgreich verlaufen konnte ist auch dem besonnenen Einsatz der Polizei unter Einsatzleitung des Schutzbereichsleiters Hans-Jürgen Willuda zu verdanken, der seine Entscheidung, von einer Räumung der friedlichen Blockaden abzusehen, wie folgt begründetet:  "Ich habe einfach den Aspekt der Verhältnismäßigkeit abgewogen". Er habe sich gefragt, ob es vertretbar ist, gegen mehrere hundert friedlich blockierende Demonstranten, auch wenn sie im Hinblick auf das Versammlungsgesetz im Unrecht sind, unmittelbaren Zwang anwenden zu lassen. Daraufhin habe der Polizeiführer den Demonstrationszug der Neonazis untersagt und stattdessen eine Kundgebung genehmigt. Dies lehnten die Neonazis ab und zogen zähneknirschend davon.

Von Bernau geht jetzt ein Achtungszeichen ins ganze Land aus: "Wir können wirklich Neonazi-Aufmärsche verhindern!“, so Anna Spangenberg vom landesweiten Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Nach der erfolgreichen Blockade in Bernau, gehen die Aktionen nächsten Samstag in Eberswalde weiter. Auch dort wird sich das Bündnis den Nazis entgegen stellen.

Quelle: Bündnis Brandenburg Nazifrei, Nordkurier

 

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Machen Sie mit und bekennen Sie sich gemeinsam mit uns gegen Rechtsextremismus! Egal ob am Arbeitsplatz, in der Schule, im Verein oder auf der Straße - zeigen Sie Haltung für ein vielfältiges, demokratisches Gemeinwesen.

Mehr zur Kampagne hier.